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Lob ist gut, Ermutigung ist besser

23. Oktober 2017 Fachbeiträge

Den Mutigen gehört die Zukunft! Dieses Motto gilt in der Wirtschaft heute mehr als jemals zuvor: Wirklich mutige Entscheidungen sind nötig, um den radikalen digitalen Umbruch erfolgreich zu bewältigen, in dem zahlreiche Unternehmen heute stecken. Führungskräften verlangt diese Notwendigkeit jedoch nicht nur viel Entschlussfreude ab. Ein Kulturwandel ist auch in der Mitarbeiterführung notwendig: weg vom Loben und hin zum Ermutigen.

Aber warum, wo Loben doch motiviert? Das ist richtig, aber während das Lob stets den schon erbrachten Leistungen gilt, richtet sich die Ermutigung nach vorn auf die Zukunft. Ein durch Ermutigung nachhaltig aktivierter Mitarbeiter ist für ein Unternehmen wesentlich wertvoller als einer, der sich – überspitzt gesagt – auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht. Er fühlt sich eher angespornt, seine Ziele höher zu stecken und einen weiteren Schritt nach vorne zu gehen. Denn der Chef vertraut seinen Fähigkeiten und signalisiert: “Mach es, weil du es schaffst.” Und damit wird der Mitarbeiter genau zu jener Kraft, die ein Unternehmen braucht, um die Herausforderungen der digitalen Revolution erfolgreich zu bestehen. Es liegt auf der Hand, dass nur diejenigen vom Wandel profitieren, die es wagen, sich von Bewährtem zu lösen.

Eine bloß lobende Führungskraft hingegen läuft schnell Gefahr, gönnerhaft zu wirken. Lob ist nun einmal meistens eine Einbahnstraße und funktioniert von oben nach unten. Oder haben Sie Ihrem Chef schon einmal lobend auf die Schulter geklopft? Anders als das hierarchische Lob funktioniert die Ermutigung auf Augenhöhe: Auch der Untergebene darf – ohne gleich als Schmeichler und Karrierist dazustehen – dem Vorgesetzten das ermutigende Gefühl vermitteln, ihn wertzuschätzen.

Für Manager, die ihr Team dynamisieren und Spitzenergebnisse erzielen wollen, ist es daher heute wichtiger denn je, ermutigend zu führen. Das beginnt damit, sich für seine Mitarbeiter zu interessieren und diese zunächst so zu akzeptieren, wie sie sind. Denn wer sich akzeptiert fühlt, handelt ideenreicher, mutiger und zielstrebiger als sein mutloses Pendant. Und wenn Dinge schließlich gelingen, treibt der Erfolg auch weiter an.

Wie jeder Kulturwandel in einem Unternehmen setzt der Wechsel von einer Lob- zu einer Ermutigungskultur eine zusätzliche Anstrengung voraus. Das Top-Management sollte vorangehen und die propagierten Werte aktiv und glaubwürdig vorleben. Doch der Aufwand wird belohnt – durch bessere Ergebnisse für das Unternehmen und einen emotionalen Zugewinn für alle beteiligten Akteure.


Dieser Beitrag von Joachim Pawlik ist am 21. Oktober 2017 in der Kolumne „Kompass“ im Hamburger Abendblatt erschienen.



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